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Die wiedergeborene Erbin: Heirat mit dem Imperator der Wall Street

Die wiedergeborene Erbin: Heirat mit dem Imperator der Wall Street

5.0
160 Kapitel
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Chloe lag gelähmt im Krankenhausbett, während ihr eigenes Blut langsam in den Beutel ihrer Stiefschwester floss. Sie konnte sich nicht bewegen, aber sie hörte jedes Wort. Ihr Verlobter Arthur und ihr Stiefvater standen lächelnd neben ihr und warteten nur darauf, dass sie endlich starb. „Der Blutabfluss ist fast beendet. Als Nächstes kommt das Herz." Arthurs Stimme war eiskalt. Sie planten, sie bei lebendigem Leib auszuweiden, um ihre Stiefschwester Kaitlyn zu retten. Noch schlimmer war die Wahrheit, die sie als Nächstes enthüllten: Der tödliche Unfall ihrer Mutter war kein Zufall, sondern ein eiskalter Mord der Familie, um an das Milliarden-Erbe zu kommen. Arthur hatte sogar schon die rührende Presseerklärung über Chloes „tragischen Tod" verfasst. Sie alle würden vor der Welt als trauernde, liebevolle Familie dastehen. Bis zu ihrem letzten Atemzug brannte in Chloe ein unerträglicher Hass. Wie konnten die Menschen, denen sie blind vertraut hatte, sie wie ein bloßes Ersatzteillager ausschlachten? Warum hatte sie diese Monster jahrelang als ihre wahre Familie betrachtet? Mit purer Verzweiflung biss sie sich auf die Zunge und erstickte in ihrem eigenen Blut. Doch als sie blinzelnd die Augen aufschlug, roch es nicht mehr nach Tod. Sie war fünf Jahre in die Vergangenheit gereist, genau an den Tag vor ihrer verdammten Hochzeit mit Arthur. Und sie lag nicht allein im Bett, sondern neben Julian Sterling – dem rücksichtslosesten, mächtigsten Milliardär der Wall Street. Dieses Mal würde sie nicht das ahnungslose Opfer sein. Sie sah den gefährlichen Mann an und traf eine Entscheidung. „Julian Sterling. Heiraten Sie mich."

Inhalt

Die wiedergeborene Erbin: Heirat mit dem Imperator der Wall Street Kapitel 1

Zuerst traf sie der Geruch. Antiseptikum und Eisen. Desinfektionsmittel und Blut. Ihr eigenes Blut.

Ihr Bewusstsein kehrte langsam und bruchstückhaft zurück. Chloe konnte sich nicht bewegen. Konnte ihre Augen nicht öffnen. Aber sie konnte fühlen. Die Decke über ihren Beinen war dünn, kratzig. Ein kalter Stich glitt in ihre Armbeuge, ein langsamer, stetiger Abfluss, der an den Rändern ihres Bewusstseins zog.

Dann kamen die Stimmen. Nicht gedämpft. Nicht entfernt. Sie waren direkt da, im Zimmer, ungehetzt und unvorsichtig. Weil sie dachten, sie sei bereits tot.

„Sie kann uns hören, weißt du." Es war Arthur Waltons Stimme – die Stimme ihres Verlobten, die Stimme, die ihr die Ewigkeit versprochen hatte. Jetzt war sie fast gesprächig, bar jeder Vortäuschung. „Nicht, dass es noch eine Rolle spielen würde."

Die Luft stockte in Chloes Lungen.

„Warum nicht?" Kaitlyn Hayes, ihre Stiefschwester, gab sich keine Mühe, die Neugier in ihrer Stimme zu verbergen. Vorbei waren die vorgetäuschten Tränen. Vorbei war das zerbrechliche, zitternde Mädchen. „Ist sie tatsächlich bei Bewusstsein?"

„Kaum." Arthurs Schritte kamen näher, und sie spürte die leichte Vertiefung eines Gewichts am Bettrand. „Der Blutabfluss ist fast beendet. Sie wird nicht länger als ein paar Stunden überleben. Ich möchte lieber, dass sie genau weiß, was mit ihr geschieht." Eine Pause, genüsslich. „Ich denke, das hat sie sich verdient."

David Hayes, der Mann, den sie Vater nannte, sprach von der anderen Seite des Zimmers, seine Stimme bar jeder Wärme. „Dann lasst uns den Moment nicht verschwenden."

Eine Hand – kalt, beringt – hob ihr Kinn.

„Öffne deine Augen, Chloe." Arthurs Daumen drückte auf ihren Kiefer. „Ich weiß, dass du es kannst."

Sie konnte nicht dagegen ankämpfen. Ihre Lider öffneten sich mühsam, und das fluoreszierende Licht des Krankenzimmers schnitt ihr in den Schädel. Drei Gesichter blickten auf sie herab. Arthur. Kaitlyn. David. Keiner von ihnen zuckte zusammen.

„Da ist sie ja." Arthur lächelte, und es erreichte seine Augen nicht. Das hatte es nie. „Unsere kleine Goldeselin, bis zum Schluss."

„Zuerst das Blut." David nickte auf den Infusionsschlauch, der von ihrem Arm zu dem Beutel neben dem Bett führte. Dieser Beutel war, wie sie jetzt sah, mit einem weiteren Schlauch verbunden, der zu dem Bett führte, in dem Kaitlyn saß, gelassen und rosigwangig, und bereits eine Infusion erhielt. „Kaitlyns Zustand erfordert eine genaue Übereinstimmung. Du warst immer die perfekte Spenderin. Wie praktisch."

Chloes Lippen spalteten sich. „Ihr –"

„Nicht." Arthur drückte ihr einen Finger auf den Mund, fast sanft. „Verschwende nicht die geringe Kraft, die du hast. Hör einfach zu."

Er richtete sich auf, zog seine Manschetten zurecht und begann zu sprechen, wie Männer sprechen, wenn sie etwas tausendmal geprobt haben und es endlich vorführen dürfen.

„Als Nächstes kommt das Herz. Das Operationsteam ist vorbereitet. Kaitlyns Kardiologe versichert uns, dass der Eingriff unkompliziert ist – Spenderherzen sind selten frischer als dieses." Er gestikulierte auf ihre Brust, klinisch und ungehetzt. „Der Treuhandfonds deiner Mutter und deine Anteile an Beaumont Industries gehen bei deinem Tod automatisch über. Die Nachlassanwälte haben die Dokumente vor Monaten aufgesetzt. Wir unterschreiben um neun."

„Meine Mutter –" Die Worte rangen sich aus ihr.

„Eleanor." David sprach den Namen, wie man den Namen eines Landes ausspricht, das man einmal besucht hat. „Ja. Dieser Unfall von ihr. Nicht wirklich ein Unfall, fürchte ich." Er sah auf seine Uhr. „Sie hat mir vollkommen vertraut. Das war ihr fataler Fehler. Du hast denselben, ist mir aufgefallen."

Etwas zerbrach in ihrer Brust – nicht ihr Herz, sondern etwas Älteres. Etwas, das entgegen aller Beweise geglaubt hatte, dass dieser Mann ihre Mutter einst geliebt hatte.

„Ihr habt sie getötet." Es war keine Frage.

„Wir haben eine Entscheidung getroffen", sagte David, „als Familie."

Kaitlyn wandte sich von der Infusion ab, um sie anzusehen, den Kopf geneigt, der Ausdruck mild. „Sieh mich nicht so an. Du warst nie wirklich Familie."

Arthur hockte sich auf ihre Augenhöhe, die Ellbogen auf den Knien, fast intim. „Der sauberste Teil an der ganzen Sache? Jeder wird am Boden zerstört sein. Der trauernde Verlobte. Der untröstliche Vater. Wirklich tragisch – Chloe Beaumont, tot mit sechsundzwanzig, ihre letzte Tat ein Geschenk des Lebens an die Stiefschwester, die sie liebte." Er berührte ihr Gesicht. „Ich habe die Erklärung bereits verfasst."

„Was ist mit Julian Sterling?" Kaitlyns Stimme trug den leisesten Anflug von Nervosität. „Er hat nach ihr gefragt."

Arthur spottete. „Ein Wall-Street-Psycho. Was will er tun – uns prüfen? Chloe wird in ein paar Stunden eine tote Frau sein. Wenn Sterling seine nächste Frage stellt, wird es keine Chloe mehr geben, die antworten kann."

Julian Sterling. Der Name durchbrach den Nebel wie ein Stein das Eis. Ein kaltes, rücksichtsloses Gesicht von den Titelseiten der Finanzmagazine. Warum sollten sie Angst vor ihm haben?

„Wir haben keine Angst", sagte Arthur, als hätte sie laut gesprochen. „Wir sind vorsichtig. Das ist ein Unterschied." Er stand auf und strich seine Jacke glatt. „Ruh dich jetzt aus. Es ist fast vorbei."

Eine rohe, tierische Hitze durchflutete ihre Adern. Sie wollte schreien, sie mit bloßen Händen zerreißen. Aber ihre Gliedmaßen weigerten sich zu reagieren. Ihr blieb nichts mehr – nichts als das brennende, klärende Gewicht all dessen, was sie jetzt wusste.

Ein verzweifeltes, ursprüngliches Bedürfnis zu leben durchströmte sie. Mit der letzten ihrer Kraft biss sie zu. Hart. Der scharfe, kupferne Geschmack ihres eigenen Blutes erfüllte ihren Mund, als etwas in ihr zerbrach.

Dann, nichts.

Sie erwachte mit einem Keuchen, Luft strömte in ihre Lungen in einem verzweifelten, keuchenden Atemzug. Die kalte Krankenhausliege war verschwunden, ersetzt durch die unmögliche Weichheit von Laken mit hoher Fadendichte. Die Luft roch nicht mehr nach Tod. Sie trug einen frischen, maskulinen Duft – Sandelholz und einen schwachen Hauch von Whiskey.

Chloe blickte hinunter. Sie trug ein seidenes Herrenhemd, dessen Manschetten über ihre Hände hingen. Ihre Haut, blass im gedämpften Licht, war übersät mit den schwachen, violetten Spuren einer leidenschaftlichen Nacht.

Ihr Kopf schnellte hoch. Bodentiefe Fenster enthüllten die glitzernde, schlaflose Skyline von Manhattan. Ihr eigenes verängstigtes Gesicht starrte ihr aus der Reflexion entgegen.

Das war kein Krankenhaus. Es war ein luxuriöses Penthouse.

Ihre zitternde Hand griff nach dem Telefon auf dem Nachttisch. Der Bildschirm leuchtete auf. Es war vor fünf Jahren. Der Tag vor ihrer Hochzeit mit Arthur Walton.

Sie war wiedergeboren worden. Zurück, bevor alles schiefging.

Das Geräusch einer sich öffnenden Tür schreckte sie auf. Dampf quoll aus dem en-suite Badezimmer, und durch den Nebel trat eine große, imposante Gestalt hervor. Ein weißes Handtuch hing tief auf seinen Hüften, Wasser zog Spuren einen schlanken, sehnigen Bauch hinab. Er blickte auf, und sein Gesicht raubte ihr den Atem.

Es war ein Gesicht, gemeißelt aus Granit und Eis, mit Augen so tief und kalt wie ein gefrorener See.

Er war es. Der Mann von den Magazin-Titelseiten. Julian Sterling.

Chloes Pupillen verengten sich. Ausgerechnet hier, war sie in Julian Sterlings Bett wiedergeboren worden.

Arthurs letzte Worte hallten in ihrem Kopf wider – ein Wall-Street-Psycho, was kann er schon tun – und etwas verschob sich hinter ihren Rippen. Keine Angst.

Ein Zittern begann in ihrer Hand, leise und schwelend, und es hatte nichts mit Angst zu tun.

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