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Ehe zerbrochen: Ihre geheime Rache.

Ehe zerbrochen: Ihre geheime Rache.

5.0
199 Kapitel
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Mein Mann und meine Tochter feierten meinen Geburtstag – nur nicht mit mir. Er saß mit meiner Halbschwester an unserem Stammplatz, während unsere Tochter sie „die Beste“ nannte und mich als „gemein“ abstempelte. An diesem Abend zerbrach nicht nur mein Herz, sondern auch mein ganzes Leben. Eulalie Bradford landete am JFK, doch niemand holte sie ab. Allein fuhr sie zu ihrem Penthouse, das sich plötzlich fremd anfühlte. Im Taxi erfuhr sie von Adalynns großer Party an ihrem Geburtstag. Zuhause sah sie Caden und Elara ein Plüscheinhorn für „Tante Addie“ vorbereiten. Elara jubelte: „Mama ist gemein, Addie ist magisch!“, Caden stimmte zu. Kalt empfangen, sah Eulalie sie gehen. Adalynns Video zeigte Elara, die ihre Mutter als „gemein“ bezeichnete. Ihr Schmerz war unerträglich. Ihre Fürsorge war „Gemeinheit“, Adalynns Nachsicht „Liebe“. Die Familie hatte sie verhöhnt, ihre Existenz ausgelöscht. Eulalie fand den Scheidungsvertrag im Safe und strich alle Forderungen. Nur eine Festplatte nahm sie mit. Ring und Vertrag für Caden zurücklassend, verließ sie das Penthouse. Nicht länger Holloway, sondern Eulalie Bradford, war sie frei.

Inhalt

Chapter 1 No.1

Die gläsernen Schiebetüren von JFKs Terminal 4 surrten auf und entließen Eulalie Bradford in den schneidenden Oktoberwind. Sie fröstelte und zog ihren Trenchcoat enger, sodass die Knöchel ihrer Hand, die den silbernen Rimowa-Koffer umklammerte, weiß hervortraten. Er kam ihr schwerer vor als in ihrer Erinnerung, oder vielleicht war sie einfach nur schwächer geworden.

Sie blieb am Bordstein stehen, ihr Blick glitt über die Reihe der wartenden schwarzen Limousinen in der VIP-Abholzone. Sie suchte nach dem vertrauten Nummernschild, der schlanken Silhouette des Maybachs der Familie Holloway.

Nichts.

Nur eine Phalanx gleichgültiger Taxis und eine Abgaswolke, die nach verbranntem Gummi roch – und nach einer Einsamkeit, die so greifbar war wie dieser Gestank.

Sie zog ihr Handy aus der Tasche. Der Bildschirm leuchtete auf, seine Helligkeit stach in ihre müden Augen. Vierzehnter Oktober.

Keine ungelesenen Nachrichten. Weder von Caden, noch vom Hausverwalter. Nicht einmal eine automatische Kalendererinnerung, jene, die sie früher mit ihrem Mann geteilt hatte.

Eulalie stieß einen kurzen, trockenen Lacher aus, der keiner war. Sie öffnete die Uber-App. Einen Moment lang schwebten ihre Finger über dem Display, bevor sie das Ziel eingab: Holloway Penthouse, Upper East Side.

Der Fahrer hieß Tariq, sein Armaturenbrett war mit Wackelkopf-Figuren übersät und er schien ein tiefes Bedürfnis zu haben, die Stille zu füllen. Er redete über das Wetter, den Verkehr, die steigenden Preise für Bagels. Eulalie starrte aus dem Fenster und sah zu, wie die graue Landschaft des Van Wyck Expressway an ihr vorbeizog. In ihren Ohren klingelte es, ein hohes, schrilles Pfeifen, das Tariqs Stimme übertönte.

„Großer Abend für die Stadt, was?“, fragte Tariq und deutete vage zum Radio.

Eulalie blinzelte und lauschte dem blechernen Klang aus den Lautsprechern. Die Stimme eines Society-Reporters drang durch das Rauschen.

„… und alle Augen sind heute Abend auf das Plaza Hotel gerichtet, wo Tech-Liebling Adalynn Pennington eine riesige Feier für ihre neueste Produkteinführung schmeißt. Gerüchten zufolge sei die Gästeliste dem obersten einen Prozent der Stadt vorbehalten …“

Eulalies Hand schoss zum Sicherheitsgurt und umklammerte das Nylonband, bis sich ihre Fingernägel in ihre Handfläche bohrten. Der Schmerz war scharf, erdend. Adalynn. Ihre Halbschwester. Die Frau, die erst die Aufmerksamkeit ihres Vaters und dann das Familienerbe an sich gerissen hatte. Und die nun, an Eulalies Geburtstag, auch die Zeit ihres Mannes beanspruchte.

„Ja“, flüsterte Eulalie, ihre Stimme rau. „Ein großer Abend.“

Der Wagen hielt vor der Kalksteinfassade des Gebäudes an der Fifth Avenue. Der Portier, ein junger Mann namens Leo, stutzte sichtlich, als er sie aus einem Toyota Camry statt aus dem Wagen der Familie steigen sah.

„Mrs. Holloway?“, eilte Leo herbei und griff nach ihrem Gepäck. „Wir … wir wussten nicht, dass Sie heute zurückerwartet werden.“

„Es soll eine Überraschung sein, Leo“, sagte sie und legte einen Finger an die Lippen. Die Lüge schmeckte wie Asche auf ihrer Zunge. Sie überraschte niemanden, nicht einmal sich selbst; sie wahrte nur den Schein.

Die Fahrt im Aufzug zum Penthouse fühlte sich an wie der Gang zum Schafott. Die Zahlen leuchteten auf – 20, 30, 40. Ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen, ein gehetzter, unregelmäßiger Rhythmus. In den polierten Messingtüren prüfte sie ihr Spiegelbild. Ihr Gesicht war blass, ungeschminkt, dunkle Schatten lagen unter ihren Augen. Sie sah aus wie ein Geist.

Geist: Der alte Spitzname aus ihren Coding-Tagen. Sie schob den Gedanken beiseite.

Die Aufzugtüren glitten lautlos auf.

Das Foyer war ein Minenfeld aus buntem Seidenpapier und gekräuselten Bändern. Ein Paar von Cadens italienischen Lederschuhen stand achtlos neben der Konsole, daneben ein winziges Paar glitzernder Turnschuhe.

Lachen drang aus dem Wohnzimmer. Es war Elaras Lachen, das ihrer fünfjährigen Tochter. Ein Geräusch, das Eulalie normalerweise mit Wärme erfüllte, sie heute aber frösteln ließ. Es war dieses hohe, atemlose Kichern, das Elara nur von sich gab, wenn sie genau das bekam, was sie wollte.

Eulalie ließ ihren Koffer an der Tür stehen und betrat leise den Perserteppich. Sie schlüpfte hinter den lackierten Ebenholz-Paravent, der das Foyer vom Wohnbereich trennte, und spähte durch die Lamellen.

Die Szene vor ihr war in das warme, goldene Licht des Kronleuchters getaucht.

Caden Holloway kniete. Der skrupellose Risikokapitalgeber, der Mann, der Vorstände in Angst und Schrecken versetzte, kniete auf dem Teppich und hielt ein riesiges Plüscheinhorn mit einer rosa Schleife um den Hals in die Höhe.

„Papa!“, Elara hüpfte auf dem Sofa auf und ab, ihre Locken tanzten. „Tante Addie wird es lieben! Das ist die limitierte Auflage!“

Caden lächelte, ein echtes Lächeln, das kleine Fältchen um seine Augen warf – ein Lächeln, das Eulalie seit Jahren nicht mehr für sich gesehen hatte. Er strich die Mähne des Einhorns glatt. „Natürlich wird sie das, Ellie. Du hast es schließlich ausgesucht.“

Eulalie stockte der Atem. Ihre Hand presste sich auf ihre Brust.

Vor drei Monaten hatte sie versucht, genau dieses Einhorn für Elara zu kaufen. Caden hatte es als „billigen Plunder“ und „Kitsch“ abgetan. Er hatte ihr gesagt, sie solle stattdessen pädagogische Holzklötze kaufen.

„Mama hat gesagt, Einhörner sind albern“, zwitscherte Elara, schnappte sich das Spielzeug und drückte es an sich. „Aber Addie sagt, sie sind magisch.“

„Tante Addie hat recht“, sagte Caden, stand auf und klopfte sich den Staub von der Hose. „Wir sollten besser los. Wir wollen doch nicht zu spät zu ihrer Party kommen.“

Eulalies Handtasche glitt aus ihren tauben Fingern. Ein scharfes Klacken hallte durch die Stille, als die schwere Goldschließe auf den Marmorboden traf.

Das Geräusch zerschmetterte das häusliche Idyll.

Caden wirbelte herum. Sein Blick fand sie sofort. Die Wärme wich aus seinem Gesicht und machte einer Maske gereizter Überraschung Platz. Sein Kiefer spannte sich an.

Elara erstarrte, das Einhorn an ihre Brust geklammert. Ihre Augen weiteten sich, und dann, instinktiv, wich sie einen Schritt zurück, hinter Cadens Bein.

„Eulalie?“, Cadens Stimme war ausdruckslos. „Du bist ja zurück. Warum hast du Carter nicht geschrieben, dass er dich abholen soll?“

Eulalie öffnete den Mund, aber ihre Kehle war wie ausgedörrt, zugeschnürt. Sie schluckte schwer. „Heute ist der 14. Oktober.“

Caden warf einen flüchtigen Blick auf seine Patek Philippe. „Ich weiß, welches Datum wir haben. Adalynns Launch-Party ist heute Abend. Wir sind spät dran.“

Er verstand es nicht. Nein, er erinnerte sich tatsächlich nicht.

Eulalie sah zu Elara. Ihre Tochter lugte hinter Cadens teurer Anzughose hervor und musterte ihre Mutter, als wäre sie eine Fremde, die ein privates Spiel gestört hatte.

„Mama ist zur falschen Zeit zurückgekommen“, flüsterte Elara laut zu ihrem Vater. „Wir müssen doch zu Addie.“

Die Worte waren leise, aber sie trafen Eulalie mit der Wucht eines Schlages. Ihre Knie wurden weich. Sie streckte die Hand aus, um sich an der Wand abzustützen.

„Martha wird dir beim Auspacken helfen“, sagte Caden, wandte sich bereits ab und tat ihre Anwesenheit wie eine logistische Lappalie ab. Er nahm Elara auf den Arm. „Komm, mein Schatz. Wir wollen die Prinzessin nicht warten lassen.“

„Tschüss, Mama!“, winkte Elara, ihre Aufmerksamkeit schon wieder ganz bei dem Spielzeug in ihren Händen.

Sie gingen an ihr vorbei. Caden roch nach Sandelholz und dem teuren Scotch, den er so mochte. Er hielt nicht an, um sie zu küssen. Er streifte nicht einmal ihren Arm.

Die Aufzugtüren schlossen sich hinter ihnen, verschluckten ihren Mann und ihre Tochter und ließen Eulalie allein inmitten des riesigen, stillen Penthouses zurück.

Sie blickte zu Boden. Eine Karte war aus dem Stapel Geschenkpapier gefallen.

Für die beste Tante Addie.

Langsam kauerte Eulalie sich nieder. Ihre Gelenke knackten. Sie hob die Karte auf. Ihre Finger zitterten nicht. Eine seltsame, kalte Ruhe breitete sich in ihren Adern aus und gefror die Tränen, noch bevor sie sich bilden konnten. Sie starrte auf die Karte, bis die Worte verschwammen und ihr Blick leer und hohl wurde.

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