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Geschichte der Englischen

Geschichte der Englischen

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Geschichte der Englischen Sprache und Literatur / von den ?ltesten Zeiten bis zur Einführung der Buchdruckerkunst by Ottomar Behnsch

Contents

Geschichte der Englischen Chapter 1 Die lateinische Sprache.

Christliche Kelten sind die ersten schriftsteller des nunmehr unter dem namen Anglia, England, bekannten landes gewesen. Das idiom, dessen sie sich bei der abfassung ihrer werke bedienten, war die kirchen-, d. h. die lateinische sprache.

Gildas. Nennius. Columban. Gildas oder Gildus, ein christlicher priester und missionar aus Alcluyd (Dumbarton), welcher in der ersten h?lfte des sechsten Jahrhunderts gelebt haben soll, mag eine lateinische abhandlung über die ?ltere brittische geschichte geschrieben haben, welche unter seinem namen bekannt ist. Allein die geschichte dieses autors ist sehr unsicher; man stellt seine wirksamkeit sogar um ein jahrhundert sp?ter und ist selbst der meinung, dass zwei verschiedene Gildas zu verschiedenen Zeiten gelebt haben, um durch eine solche annahme die geschichtlichen ungeh?rigkeiten des wahrscheinlich sp?ter überarbeiteten buches zu erkl?ren. Einige bezweifeln das geschichtliche dasein eines schriftstellers Gildas g?nzlich.35 Ein ?hnliches schicksal theilt Nennius, dem ebenfalls ein kleines historisches werk zugeschrieben wird.36 Derselbe soll zu anfang des siebenten jahrhunderts als abt zu Bangor gelebt haben. Der erste unzweifelhafte Schriftsteller von bedeutung ist Columban, geboren in Irland, ein grosser bef?rderer des christenthums, welcher im jahre 615 starb. Seine schriften bestehen aus lateinischen abhandlungen und gedienten.37

Theodorus. Adrian. Theodorus, gebürtig aus Tarsus, ein sogar zu Rom wegen seiner gelehrsamkeit und seiner kenntniss der alten sprachen berühmter gelehrter, erzbischof von Canterbury, und sein freund, der abt Adrian, von geburt ein Afrikaner, von W. von Malmsbury ?fons litterarum, rivus artium" genannt, begannen in der zweiten h?lfte des siebenten jahrhunderts die klassischen sprachen in England zu lehren. Diesen beiden fremden verdankten die Angelsachsen eine reihe von lateinischen schriftstellern und gelehrten, welche auf das ausland wieder befruchtend zurück wirkten.

Aldhelm. Unter den lateinischen Schriftstellern der ?ltesten angels?chsischen zeit in England ist zu erw?hnen Aldhelm, abt von Malmsbury, dem ersten angels?chsischen kloster, wo die m?nche nach einer festen regel lebten, und wo sich um Aldhelm, welcher durch seine gelehrsamkeit eben so sehr als durch seine fr?mmigkeit und herzensgüte berühmt war, selbst aus Schottland und Frankreich schüler sammelten. Aldhelm starb im jahre 709. Ausser einigen unsicheren schriften ist zuerst eine abhandlung Aldhelm's in prosa De Laude Virginitatis zu erw?hnen, welche ein lieblingsbuch der Angelsachsen war, und in mehreren handschriften auf uns gekommen ist. Einige derselben, besonders die sp?teren, sind theilweise mit einer angels?chsischen übersetzung zwischen den zeilen versehen. Aldhelm schrieb über denselben gegenstand noch eine andere abhandlung in hexametern. Beide schriften enthalten die leidensgeschichten von m?rtyrern beiderlei geschlechts, welche sich durch ihre keuschheit ausgezeichnet haben. Ein anderes werk Aldhelm's, Aenigmata, war bei den Angelsachsen nicht minder beliebt. Voraus geht eine einleitung in prosa, welche von den eigenthümlichkeiten der lateinischen metrik handelt. Ausser diesen schriften ist noch ein gedicht Aldhelm's über die sogen. todsünden und eine kleine sammlung seiner briefe vorhanden. Die Aenigmata, eine nachahmung der Aenigmata des Symposius, enthalten eine doppelt acrostische einleitung in versen, deren erste oder letzte buchstaben den vers

Aldhelmus cecinit millenis versibus odas.

geben, woraus geschlossen wird, dass das nur siebenhundert und vier und sechszig verse enthaltende werk nicht vollst?ndig sei. Wright theilt diese acrostische einleitung aus einem im brittischen Museum aufbewahrten alten manuscripte mit. Sie m?ge ihrer sonderbarkeit wegen und als ?lteste probe lateinischer dichtung der Angelsachsen hier eine stelle finden:

Arbiter ?thereo jugiter qui regmine sceptra

Lucifluumque simul c?li regale tribunal

Disponis, moderans ?ternis legibus illud;

Horrida nam multans torsisti membra Behemoth,

Ex alta quondam rueret dum luridus arce,

Limpida dictanti metrorum carmina pr?sul

Munera nunc largire, rudis quo pandere rerum

Versibus ?nigmata queam clandestina fatu.

Sic Deus indignis tua gratis dona rependis,

Castalidas nymphas non clamo cantibus istuc,

Examen neque spargebat mihi nectar in ore,

Cinthi sic nunquam perlustro cacumina, sed nec

In Parnasso procubui, nec somnia vidi.

Num mihi versificum poterit Deus addere carmen,

Inspirans stolid? pia gratis munera menti.

Tangit si mentem, mox laudem corda rependunt

Metrica; nam Moysen declarant carmina vatem

Jamdudum cecinisse prisci vexilla troph?i,

Late per populos inlustria, qua nitidus sol

Lustrat ab oceani jam tollens gurgite cephal,

Et psalmista canens metrorum carmina voce

Natum divino promit generamine numen,

In c?lis prius exortum, quam Lucifer orbi

Splendida formatis fudisset lumina s?clis.

Verum si fuerint bene h?c ?nigmata versu,

Explosis penitus nevis et rusticitate,

Ritu dactilico recte decursa, nec error

Seduxit vana specie molimina mentis,

Incipiam potiora; sui Deus arida verbi,

Belligero quondam qui vires tradidit Iob,

Viscera perpetui si roris repleat haustu.

Siccis nam laticum duxisti cautibus amnes

Olim, cum cuneus transgresso marmore rubro

Desertum penetrat; cecinit quod carmine David.

Arce poli genitor, servas qui s?cula cuncta,

Solvere jam scelerum noxas dignare nefandas.

Aldhelm war auch in seiner muttersprache ein solcher s?nger, Scóp, dass ihn Alfred der grosse in die vorderreihe angels?chsischer dichter setzt; doch sind seine gedichte in der muttersprache verloren gegangen, obwohl sie im zw?lften jahrhundert, wie William von Malmsbury schreibt, noch gesungen wurden. J. Grimm ist geneigt, das von ihm herausgegebene angels?chsische epos Andreas dem Aldhelm beizulegen.38 Von ihm soll auch eine übersetzung der psalmen in angels?chsische verse herrühren, aber es sind keine genügende gründe vorhanden, die von Thorpe im jahre 1835 herausgegebene psalmenübersetzung für ein werk Aldhelm's zu halten. Aus seinen angels?chsischen gedichten mochte Aldhelm die gew?hnte alliteration auch auf seine lateinischen verse übertragen, wie obige Probe zeigt.39

Ceolfrid. Ein anderer kirchenschriftsteller der Angelsachsen, berühmt durch seinen noch berühmteren schüler Beda, war Ceolfrid, welcher um das jahr 642 wahrscheinlich in Northumberland geboren war. Ceolfrid lebte als abt des klosters zu Yarrow und seit 690 als abt des klosters zu Wearmouth. Im jahre 716 legte er sein amt nieder und begab sich auf die reise nach Rom, um dort zu sterben; sein tod erfolgte aber schon unterwegs in Frankreich. Durch seinen ruf angezogen, sammelten sich viele schüler, darunter auch Beda, um den abt von Wearmouth, welcher in kirchenangelegenheiten eine solche autorit?t besass, dass der neu bekehrte k?nig der Picten, Naitan, ihn um auskunft über die feier des osterfestes bat. Der von Ceolfrid als antwort an Naitan geschriebene brief ist von Beda (kirchengeschichte V, 21) überliefert worden.40

Tatwine. Tatwine, geboren in Mercia, erzbischof von Canterbury von 731 bis 734, in welchem j?hre er starb, ist ein nachfolger Aldhelm's auf dem gebiete der lateinischen poesie, indem von ihm Aenigmata, gedichte in hexametern, in einem noch nicht gedruckten manuscript des brittischen museums (reg. 12. c. XXIII) auf uns gekommen sind. Das folgende von Wright aus der Handschrift mitgetheilte Aenigma Tatwine's beweist, dass die angels?chsischen m?nche sich der feder zum schreiben bedienten.41

De Penna.

Nativa penitus ratione, heu, fraudor ab hoste!

Nam superas quondam pernix auras penetrabam;

Vincta tribus nunc in terris persolvo tributum,

Planos compellor sulcare per ?quora campos,

Causa laboris, amoris, tum fontes lacrimarum

Semper compellit me aridis infundere sulcis.

Felix. Felix, ein m?nch zu Croyland, wahrscheinlich in Lincolnshire geboren, mag um das jahr 730 gelebt und geschrieben haben, da er ein freund Alfwald's, k?nigs der Ostangeln, war, welcher von 713 bis 749 herrschte. Felix ist der verfasser einer lebensbeschreibung des heiligen Guthlac, welcher sich zuerst in der wildniss von Croyland niederliess und im jahre 714 starb. Das buch ist dem k?nige Alfwald gewidmet. Die folgende probe aus Guthlac's lebensbeschreibung, eine schilderung Croyland's zu anfang des achten jahrhunderts, ist von Wright mit einer aus einem manuscript des brittischen museums (cotton. vespas. d. XXI. fol. 25) entlehnten und dem Alfric zugeschriebenen angels?chsischen übersetzung zusammengestellt worden.42

Angels?chsisch:

Est in mediterraneorum Anglorum Britanni? partibus immens? magnitudinis acerrima palus, qu? a Gront? fluminis ripis incipiens, haud procul a castello quod dicunt nomine Gronte, nunc stagnis, nunc flactiris interdum nigris fusis vaporibus et laticibus, necnon crebris insularum nemoribus intervenientibus, et flexuosis rivis parum ab austro in aquilonem maritenus longissimo tractu protenditur. Ys on Bretone lande sum fenn unm?tre mycelnysse, t?t on-ginnee fram Grante éa naht feor fram t?re cestre ey ylcan nama ys nemned Granteceaster. T?r synd unm?tre moras, hwilon sweart w?ter steal and hwilon fúle éa ritas yrnende, and swylce eac manige ea-land and hreod and beorhgas and treow ge-wrido, and hit mid menig-fealdan bignyssum widgille and lang tenee wunae on nore s?.

Igitur cum supradictus vir beat? memori? Guthlacus illius vastissim? eremi inculta loca comperisset, c?lestibus adjutus auxiliis rectissimo callis tramite perrexit. Mid tan se fore-sprecena wer and t?re eadigan ge-mynde Guelaces t?r widgillan westenes ta ungearawan stowe t?r ge-mette ta wes he mid godcundre fultume ge-fylst and ta sona tan rihtestan wege tyder to geferde.

Contigit ergo proximantibus accolis illius solitudinis experientiam sciscitaretur, illisque plurima spatios? eremi inculta narrantibus, ecce quidam de illic adstantibus nomine Tatwinus se scisse aliquam insulam in abditis remotioris eremi partibus adserebat, quam multi inhabitare tentantes propter incognita eremi monstra et diversarum formarum terrores amiserant. Ta w?s mid tam te he tyder com t?t he fr?gn ta bigendean t?s landes, hw?r he on tam westene him eardung stowe findan mihte mid ty hi him menig-feald ting s?don be t?re widgilnysse t?s westenes. Ta w?s Tátwine ge-haten sum man s?de ta t?t he wiste sum ea-land synderlice digle t?t oft menige men eardian ongunnon, ac for menig-fealdum brogum and egsum, and for annysse t?s widgillan westenes t?t hit n?nig man adreogan ne mihte.

Quo audito vir beat? recordationis Guthlacus illum locum sibi monstrari a narrante efflagitat. Ipse autem imperiis viri Dei annuens, arrepta piscatoria scapula per invia lustra in tetr? paludis margines Christo viatore ad pr?dictam insulam, qu? lingua Anglorum Cruland vocatur, pervenit, qu? ante propter remotioris eremi solitudinem inculta et ignota manebat. Ac hit ?lcfortan be fluge, mid tam te se halga wer Guelac ta word ge-hyrde, he b?d sona t?t he him ta stowe ge-t?hte, and he ta sona swá dyde. Eode ta on scip and ta ferdon begen turh ta rugan fennas ot t?t hi comon to t?re stowe te man halee Cruwland. W?s t?t land on middan tam westene swá ge-rád ge-seted t?s fore-s?dan fennas swyee digle, and hit swyte feawe men wiston buton tam anum te hyt him t?hte,

Nullus hanc ante famulum Christi Guthlacum solus habitare colonus valebat, propter videlicet illic demorantium d?monum phantasias: in qua vir Dei Guthlacus contemto hoste, c?lesti auxilio adjutus, inter umbrosa solitudinis nemora solus habitare coepit. swylc t?r n?fre menig man ?r eardian ne mihte ?r se eadiga wer Guthlac to-com for t?ra eardunga tara awerigedra gasta. And he ta se eadiga wer Gutlac for-hogode sona ta costunge t?ra awerigedra gasta, and mid heofonlicum fultume ge-strangod weare, be-twyx ta fenlican ge-wrido t?s widgillan westenes, t?t he ana ongan eardian.

Beda. Cuthbert. Alle seine vorg?nger übertraf Beda, mit dem beinamen Venerabilis, der lateinische hauptautor England's unter den Angelsachsen. Die nachrichten über sein leben rühren haupts?chlich von ihm selbst her; sie sind am ende seiner kirchengeschichte enthalten. Geboren war Beda im jahre 673 in der n?he des ortes, wo bald darauf das kloster Wearmouth gegründet wurde. In diesem kloster unter dessen gelehrtem abte Ceolfrid erwarb sich Beda seine gl?nzenden kenntnisse, welche ihm einen ehrenplatz in der literaturgeschichte England's sichern; in diesem kloster verbrachte er sein ganzes leben mit kurzen unterbrechungen unter übungen der fr?mmigkeit und literarischen arbeiten, deren gr?sserer theil aus der zeit von 716 bis 731 herzurühren scheint, in welchem jahre Beda's hauptwerk, seine grosse kirchengeschichte der Angelsachsen, vollendet wurde. Die schilderung der letzten krankheit Beda's, w?hrend welcher er mit einer übersetzung des evangeliums Johannis in das Angels?chsische besch?ftigt war, und seines todes ist von der hand seines schülers Cuthbert auf uns gelangt. Sein tod erfolgte am sechs und zwanzigsten Mai 735 am Asthma.

Beda selbst hat zu ende seiner kirchengeschichte ein verzeichniss der von ihm bis zum jahre 731 verfassten schriften, welche sich auf acht und dreissig belaufen, mitgetheilt, zu welchen noch fünf andere aus sp?terer zeit hinzutreten. Seine werke umfassen haupts?chlich theologie und kirchengeschichte, betreffen aber auch naturwissenschaft und grammatik. Seine abhandlung de Natura Rerum und die im zehnten jahrhundert entstandene übersetzung derselben war mehrere jahrhunderte das wissenschaftliche hauptwerk in England. Seine wichtigste arbeit, die kirchengeschichte der Angelsachsen, welche er nach den vorhandenen besten schriftlichen und mündlichen quellen schrieb, ist n?chst der angels?chsischen chronik, welche vieles aus Beda's werk entlehnt, zugleich die hauptquelle für die erste geschichte der Angelsachsen in England; k?nig Alfred übersetzte Beda's berühmtes werk in das Angels?chsiche.43

Egbert. Unter Beda's freunden ist der bemerkenswertheste Egbert, erzbischof von York, von 732 bis 766, ein bruder Eadbert's, k?nigs von Northumberland. Egbert legte eine bibliothek zu York an, welche zu Alcuin's zeiten eine für damalige verh?ltnisse sehr reiche sammlung von kirchenv?tern, alten klassikern (Aristoteles, Cicero, Virgil, Plinius, Statius, Lucanus, Boethius, Cassiodorus, Orosius etc.), alten grammatikern und scholiasten (Probus, Donatus, Priscianus etc.) enthielt. Dieses war die bibliothek, welche Alcuin gegen Karl den grossen rühmte, und aus welcher er ?die blüthen Britannien's" nach Frankreich holen wollte, damit ?der garten in York nicht verschlossen sei, sondern die früchte desselben in das paradies von Tour gebracht würden." Um Egbert's zeit war in die angels?chsische kirchendisciplin eine bedenkliche schlaffheit gekommen; sowohl weltliche als geistliche hatten sich einem üppigen leben ergeben, und gelehrsamkeit und zucht fingen an, aus den kl?stern zu weichen. Beda ermahnt daher seinen freund noch kurz vor seinem tode, wieder eine strengere zucht in der di?cese einzuführen und wenigstens das Credo und Pater noster zum besten der laien wie des clerus in das angels?chsische übersetzen zu lassen. Egbert schrieb hierauf einen dialog De Ecclesiastica Institutione, welcher noch erhalten ist; hierauf ver?ffentlichte er auszüge (excerptiones) aus den ?lteren kirchenvorschriften über die wichtigsten punkte der kirchenzucht und verfasste endlich das confessionale und poenitentiale, die beiden hauptschriften der angels?chsischen kirche über diesen gegenstand. Wie es scheint, waren sie lateinisch und des besseren verst?ndnisses wegen auch zugleich angels?chsisch abgefasst worden.44 Folgendes ist eine probe aus diesen beiden schriften:

Aus dem Confessionale.

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